Wenn der Stress sich im Kiefer festsetzt
Kennen Sie das auch? Sie sitzen konzentriert vor dem Computer, eine Aufgabe zieht die nächste nach sich, und irgendwann vergehen Stunden, ohne dass Sie es merken. Dabei achten Sie kaum noch auf Ihren Körper: Sie sacken im Stuhl zusammen, die Schultern ziehen Richtung Ohren, der Kopf wandert näher an den Bildschirm. Eigentlich wäre jetzt eine Pause fällig – doch die Gedanken werden schneller statt langsamer, und die nächste Aufgabe wartet schon.
Abends ist der Arbeitstag vorbei, aber innerlich läuft vieles weiter. Richtig abschalten gelingt oft nicht – manche Menschen knirschen nachts mit den Zähnen oder pressen sie unbewusst aufeinander. Allein das Schreiben darüber löst bei mir schon Stress aus.
Ich kenne das nicht nur von mir selbst, sondern auch aus meiner Arbeit mit Patientinnen und Patienten. Viele wissen bereits, dass sie nachts mit den Zähnen pressen oder knirschen. Oft wurde dies sogar schon vom Zahnarzt angesprochen.
Manchmal zeigt sich erst, wenn der Kiefer in die Behandlung mit einbezogen wird, wie eng er mit Nacken und Schultern verbunden ist. In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass sich Spannungen im Kiefer auch in anderen Bereichen des Körpers zeigen können. Manchmal lässt die Spannung im Nacken oder in den Schultern erst dann nach, wenn der Kiefer in die Behandlung mit einbezogen wird. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Kiefer immer die Ursache ist. Er kann jedoch ein Puzzleteil sein, das bisher noch nicht betrachtet wurde.
Auch Kopfschmerzen, Kieferschmerzen, ein Spannungsgefühl im Kopfbereich oder Probleme mit den Ohren können mit einer erhöhten Spannung im Kiefer- und Nackenbereich zusammenhängen. Ebenso können sich Spannungen bis in den oberen Rücken oder die Schultern fortsetzen. Natürlich können solche Beschwerden viele verschiedene Ursachen haben, und nicht alle Schulter- oder Nackenverspannungen, Kopfschmerzen oder Ohrbeschwerden haben mit dem Kiefer zu tun.
In der Osteopathie wird der Körper deshalb als Ganzes betrachtet. Es geht nicht nur darum, wo eine Spannung oder ein Schmerz spürbar ist, sondern auch darum, welche Bereiche miteinander in Verbindung stehen. Mit sanften osteopathischen Techniken können Kiefer, Kaumuskulatur, Nacken, Schultern und weitere Strukturen behandelt werden. Ergänzend kann auch Faszientherapie eingesetzt werden.
Dabei geht es nicht darum, den Kiefer oder die Schultern einfach „zu lockern“. Vielmehr schauen wir in meiner Praxis in Hamburg-Ohlsdorf gemeinsam, wo sich Spannungen zeigen und welche Zusammenhänge für Ihren Körper eine Rolle spielen könnten. Ziel ist es, den Körper dabei zu unterstützen, wieder mehr in seine eigene Regulation zu finden. Dabei schaue ich auch darauf, welche Bereiche möglicherweise zu viel und welche zu wenig arbeiten. Gerade wenn Beschwerden schon länger bestehen, kann es sinnvoll sein, nicht immer nur dort zu behandeln, wo es gerade zwickt.
Mit sanften osteopathischen Techniken und Faszientherapie kann ich Sie dabei unterstützen, diese Spannungsmuster wahrzunehmen und den Körper in seiner eigenen Regulation zu begleiten. Dabei steht immer der Austausch mit Ihnen im Mittelpunkt – denn Sie spüren Ihren Körper und können am besten beschreiben, was sich verändert und was sich für Sie stimmig anfühlt.
Manchmal sitzt die Spannung eben nicht dort, wo sie sich bemerkbar macht. Und manchmal ist der Kiefer das kleine Puzzleteil, das bisher noch gefehlt hat.
Immer in ganzheitlicher Betrachtung
Grundlage für jede Behandlung ist eine ganzheitliche Anamnese, die mir hilft, ein umfassendes Bild vom Patienten/innen zu gewinnen. Durch die detaillierte Erfassung der medizinischen Vorgeschichte, früherer Verletzungen, Lebensgewohnheiten und aktuellen Beschwerden können möglicherweise auch tiefere Zusammenhänge erkennbar werden, die auf körperlicher, emotionaler oder energetischer Ebene Ihr Befinden beeinflussen können.

Erwachsene
Körperliche Schmerzen, Stress oder psychische Überlastungssituationen können bei Erwachsenen zu einer Dysfunktion der Selbstregulationskräfte des Körpers führen. Hier kann die Osteopathie aus naturheilkundlicher Sicht ein begleitender Ansatz sein, den Körper in seiner Selbstregulation zu unterstützen.

Kinder und Jugendliche
Eine gleichmäßige Belastung von den Füßen bis zum Kopf ist vor allen Dingen im Wachstum für die Entwicklung wichtig. Die Kinderosteopathie kann sowohl die körperliche Statik als auch die emotionale Aufrichtung z.B. in der Pubertät oder bei Lernschwierigkeiten unterstützen.

Babys und Kleinkinder
Im Geburtsprozess ist das Baby starken Kräften ausgesetzt, wodurch Überstreckungen (auch als Opisthotonus bekannt), einseitige Kopfhaltungen oder Bewegungseinschränkungen entstehen können. Die craniosacrale Kinderosteopathie kann dabei unterstützen, diese sanft zu lösen.


